“Schick doch mal ein Foto”, sagen sie dann… Leichter gesagt als getan.

Wenn man als Züchter versucht, seine Fohlen an den Mann zu bringen, bekommt man von Händlern und interessierten Kunden oft dieselbe Aufforderung: “Schick doch mal ein Foto, wenn es mich interessiert, komme ich gucken.” Jeder Züchter wird das wohl schon einmal gehört haben, und oft geht es dann auch nicht weiter als bis zum Versand dieses einen Fotos. Aber doch kann dies Foto manchmal den Unterschied ausmachen, wenn der Kunde wirklich beeindruckt ist von dem, was ihm auf dem Foto gezeigt wurde, und er wird eher den Schritt machen, das Fohlen ‘live’ anschauen zu kommen, oder sogar in Ausnahmefällen ‘nach Foto’ zu kaufen.

Es ist kein Evangelium, aber auf diesen Seiten versuchen wir doch, eine kurze Übersicht von einigen Punkten zu geben, die wichtig beim Fotografieren eines Fohlens sind.

Nicht zu schnell vorweisen, man hat nur eine Chance auf einen guten ersten Eindruck.

Es ist zu einem Reflex geworden, das Fohlen ist gerade ein paar Stunden alt, und schon gehen die ersten Bilder via Websites, Facebook und anderen Kanälen in die Welt hinein. Und doch ist es oft besser, Geduld zu haben, bis das Fohlen schön aufgezogen ist und stark und selbstsicher auf seinen Beinen steht, bevor man es aller Welt zeigt. Warum muss man gleich am ersten Tag versuchen, zu verkaufen? Diejenigen, die am ersten Tag damit anfangen, sind oft als Letzte damit fertig.

Auf diesen Fotos sieht man ein schönes Hengstfohlen, oben ein Foto, als das Fohlen 2 Tage alt ist, unten dasselbe Fohlen, aber exakt einen Monat später. Foto 1 wird nicht viele Käufer überzeugen können, Foto 2 dagegen wird garantiert Käufer vor die Tür holen.

Winkel und Rahmen

Der Winkel, aus dem heraus man ein Fohlen fotografiert, ist sehr wichtig. Ein schönes Standbild macht man am besten lotrecht zu Fohlen. So sind die Verhältnisse am besten wahrzunehmen. Ein Foto, das aus einem schrägen Winkel aufgenommen wird, kann im Bau des Fohlens viel verzerren. Sicherlich die Länge von Rücken und Hals.  

Die Haltung des Fotografen ist auch wichtig. Professionelle Fotografen gebrauchen häufig ein Tele-Objektiv, um Fohlen zu fotografieren und gehen völlig auf Abstand, um das Fohlen aus der richtigen Perspektive zu fotografieren. Wenn man nicht über ein derartiges Objektiv verfügt, muss das nicht per se ein Problem darstellen. Ein einfacher Tip ist, in die Knie zu gehen (Froschperspektive) und das Fohlen nicht von oben herab zu fotografieren, sondern die Linse auf seiner Höhe zu halten.  

Stand oder Bewegung

Genau wie beim Winkel, aus dem fotografiert wird, gilt, dass auch die Entscheidung für ein Stand- oder ein Bewegungsbild die Wahrnehmung beeinflussen kann. Ein Standbild gibt häufig das sauberste Bild eines Fohlens ab. Ein Foto in Bewegung kann viele kleine Schwächen verschleiern, vor allem im Bereich der Korrektheit des Beinwerks. Auf einem Foto eines Fohlens, das extrem leichtfüssig daher trabt, ist nicht zu sehen, ob seine Beinwerk wohl korrekt ist.  

Wohlgemerkt, ein Fohlen braucht in der Bewegung nicht immer schöner zu erscheinen als im Stand. Oft könnte man bei einem Trab-Foto eines sehr jungen Fohlens einen leichten ‘Unterhals’ vermuten, obwohl dies im Stand überhaupt nicht zu sehen ist und das Fohlen sich auch schön und korrekt entwickeln wird.

Wenn man sich für ein Standbild entscheidet, sind einige Dinge sehr wichtig.

Kopf: jemand anders soll die Aufmerksamkeit des Fohlens auf sich lenken, sodass es schön gerade mit den Ohren nach vorn vor sich schaut. Wenn die Ohren nach vorn zeigen, sieht das Pferd aufmerksamer und frischer aus. Wenn das Fohlen in die Kamera schaut statt nach vorn, wird der Hals kürzer erscheinen.  

Beinwerk: man sorge dafür, dass das Fohlen auf seinen vier Beinen steht. Ein Fohlen, das nicht auf  vier Beinen steht, sondern in Ruhehaltung, wirkt nicht anziehend. Für das Foto ist es auch wichtig, dass man die vier Beine sehen kann. Wenn das Fohlen perfekt viereckig steht, kann man es also nicht gut beurteilen. Die Beine zum Fotografen hin sollen am weitesten auseinander stehen, sodass das Fohlen ‘offen’ steht. Wenn diese Beine zu dicht zusammen stehen, wird das Fohlen immer kürzer wirken.    
Hintergrund: Man sorge für einen neutralen und schön gepflegten Hintergrund. Es sind Details, aber ein Käufer wird eher von einem Fohlen auf einer gut gepflegten Weide angetan sein als von einem, bei dem Disteln und Brennesseln üppig wuchern. 

Zeitpunkt des Tages

Der Zeitpunkt des Tages, wenn das Foto eines Fohlens aufgenommen wird, beeinflusst das Foto immer. Fohlen, die nach einer Nacht im Stall morgens wieder nach draussen kommen, zeigen sich meist frisch und aufmerksam. Ein Fohlen, das an einem warmen Sommertag den ganzen Tag auf der Weide gespielt hat, wird abends nur noch ein Foto von schlechterer Qualität abgeben.     

Geduld

Sich wirklich die zu Zeit nehmen, ein Foto zu machen, kann einem viel Geld einbringen. Man braucht nur ein gutes Bild, um einen potentiellen Kunden zu überzeugen, zu kommen, um sich das eigene Fohlen anzusehen.  

Tip: in die Hocke gehen und die Kamera auf das Fohlen richten. Warten, bis es bei der Stute trinkt und dann seine Aufmerksamkeit erregen. Ein Fohlen, das gerade bei der Stute getrunken hat und dann plötzlich aufschaut, gibt fast immer ein gutes Bild ab. Über den Hintergrund des Fotos muss man sich dann auch weniger Sorgen zu machen, weil das die Stute selbst ist.

Oben ein Foto, wie wir es oft zugesandt bekommen, unten ein Foto von demselben Fohlen 10 Minuten später. Dieses Mal mit mehr Aufmerksamkeit für Hintergrund, Haltung und Perspektive.

Sonne, Schatten

Es scheint vielleicht befremdlich und gegen unsere Natur, aber beim Fotografieren gerät die Sonne oft zum Nachteil. Ein Schatten auf dem Hals des Fohlens kann ihn beispielsweise viel kürzer aussehen lassen, als er in Wirklichkeit ist. Ein Foto im Gegenlicht kann wiederum viel zu dunkel sein und ein undeutliches Bild ergeben. Daher ist es oft besser, Fotos zu machen, wenn es leicht bewölkt ist. Wenn man doch ein Foto im vollen Sonnenlicht macht, sorge man dafür, dass man nicht gegen die Sonne aufnimmt. Man stelle sich mit dem Rücken zur Sonne um zu fotografieren und achte darauf, dass die Schatten keine falschen Effekte ergeben können.     

Umrahmung

Die richtige Umrahmung ist wichtig für das Bild, das ein Foto abgibt, zu viel Gras an der Unterseite oder zu viel Luft über dem Fohlen können das Fohlen kleiner erscheinen lassen. Man sorge wirklich dafür, dass das Fohlen ganz auf dem Foto abgebildet ist. Es ist schade um das schöne Bild, wenn die Ohren gerade abgeschnitten sind, und man kann das Fohlen nicht beurteilen, wenn die Hufe nicht auf dem Foto zu sehen sind. 

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