(Zu) viel besamen? Weniger ist mehr!

Im Tierreich ist es einfach: dem Hengst wird von seiner verliebten Stute geholfen, die angibt, wann sie optimal empfänglich ist. Bei den Menschen ist es oft Vermuten und Verpassen, und das bleibt nicht immer ohne Folgen. Ein erfahrener Züchter und Pferdemann hat ein Auge für seine Stute. Leider hat nicht jeder ein Pferdeauge, und das ist nicht immer ohne Risiko. Es gibt Züchter, die am Montag Samen bestellen und gleich auch für Mittwoch und sogar für Freitag. Und das in der Annahme: je mehr Samen eingeführt wird, je größer die Chance auf Befruchtung. Falsch! Eine völlig überholte und nicht ungefährliche Denkungsweise. Eine Gebärmutter ist in der Tat darauf eingestellt, „körperfremdes Material“ zu empfangen. Aber, das muss jeder verstehen und wissen, je mehr körperfremdes Material, je größer die Gefahr des Abstoßens. Ein Tropfen kann zuviel sein, das ist der natürliche Verteidigungsmechanismus jeder Stute. Und oft verursacht zuviel fremde Materie (sprich: Sperma) eine Schimmel- und/oder bakterielle Infektion, wodurch die Fruchtbarkeit der Stute unter Druck gerät.

Es gibt leider Züchter, die ihre Stute per Zyklus zu oft besamen lassen, bis zu drei Mal. Das ist nicht nur ineffizient, das ist auch nicht ohne Risiko. Und das ist sicher keine größere Chance auf Befruchtung. Jeder damit Befasste muss sich hier seiner Verantwortung bewusst sein, und es ist der Tierarzt, der die erforderlichen Maßnahmen treffen muss. Seine Kenntnis und Expertise müssen den Zeitpunkt der Besamung auf der Grundlage seiner Voraussage der Ovulation bestimmen. Weiter ist eine akkurate Begleitung erforderlich, und es kann nötigenfalls ein zweites Mal besamt werden. Aber alles beginnt mit dem richtigen Timing und einer sicheren Einschätzung der Stute. Andererseits kann planloses Besamen für die Befruchtung fatal sein. Oder, um es plastisch zu beschreiben: man kann besser einmal fehl schießen als den wilden Weg gehen, mit der Gefahr auf „Kollateralschaden“.

Zuviel Sperma bringt zuviel Risiken und bietet keine größere Garantie auf Erfolg. Lassen Sie sich als Züchter daher von einem spezialisierten Tierarzt zur Seite stehen, der Ihre Stute einschätzt und begleitet. Das ist die größte Chance auf Erfolg.

 

 

 

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