Z in Tokio - Beauville Z: die vierte Generation von Pascal Limpens und Monique Habets

 

 

Am 3. August starten bei der Olympiade in Tokio die olympischen Springprüfungen. Am 5. Juli, dem Tag nach dem CSIO Rotterdam, ist die Deadline für die Nennungen. Welche Z-Pferde kommen in Anmerkung, stehen auf der Shortlist oder sind schon für Tokio nominiert? Wir bröseln es für Sie auf...

 

 

 

„Beauville Z ist eine schöne Geschichte, aber sie ist nicht immer so schön“ 

Der niederländische Bondscoach Rob Ehrens hat bis nach dem CHIO Rotterdam gewartet, ehe er sein olympisches Team für Tokio bekannt machte. Das besteht aus Marc Houtzager (Sterrehof’s Dante NOP), Harrie Smolders (Dolinn NOP) und Maikel van der Vleuten mit Beauville Z, der Oranje mit zwei fehlerlosen Umläufen im niederländischen Nationenpreis zum Sieg lotste. Anfang Juni wurden Beauville Z und van der Vleuten Zweite im GCT-GP von Valkenswaard.

Das nennt man dann einen olympischen Rapport mit großem Unterschied. Für Maikel van der Vleuten (33) werden es seine dritten aufeinanderfolgenden Olympischen Spiele. Er startete dabei zuvor in London (2012, VDL Groep Verdi TN), wo er Teamsilber gewann, und in Rio de Janeiro (2016, VDL Groep Verdi TN). Maikel wurde zunächst mit Dana Blue in den niederländischen Olympiakader aufgenommen, mit Beauville Z gehörte er zum B-Kader. Im März jedoch verletzte sich Dana Blue bei einem Turnier in Doha, und das Augenmerk von  van der Vleuten richtete sich auf den elfjährigen Beauville Z, seinen anderen olympischen Trumpf. Der sprang nahtlos auf höchstem Niveau ein und zeigte kürzlich seine Topform. Sein olympisches Ticket ist zu Recht eine Krönung.

Pascal Habets und Monique Limpens

Beauville Z wurde bei Pascal Habets und Monique Limpens geboren, die eine frühere Mitarbeiterin von Zangersheide ist. Sie verfolgt den Sport akribisch, und Pascal hört darüber von ihr. „Natürlich war es spannend, und wenn man weiß, dass das Zuchtprodukt von einem im Gespräch ist, hofft man auf die Selektion. Aber ich bin nicht so intensiv damit beschäftigt wie Monique. Sie weiß immer, mir das Neueste zu erzählen“, lacht Pascal. „Keine Idee, warum, aber als es bekannt wurde, dachte ich spontan an das Fohlen Beauville Z. Wie war er? Ich rief ihn mir ins Gedächtnis zurück, aber ich kann nicht sagen, dass er speziell war oder auffiel. Ob ich seine olympischen Qualitäten erkennen konnte? Sorry, das kann ich nicht beurteilen, die Fachkenntnis habe ich nicht. Ein Kunde berichtete mir zu Anfang dieses Jahres, dass Beauville Z nach Tokio gehen würde. Er bekam Recht, aber ich hätte das nicht einschätzen können. Es ist ganz einfach: wir haben einen Acker- und Viehzuchtbetrieb. Wir stecken sehr viel Arbeit in den Hof und ich kann daher nicht alles verfolgen. Pferde sind unser Hobby. Ich habe immer Pferde gehabt – Ponys, Friesen. Während meiner Schulzeit habe ich aus Zeitmangel ein halbes Jahr lang keine Pferde gehabt. Das ging nicht, ich musste und sollte wieder ein Pferd haben", lächelt Pascal. Ein echter Reiter ist er nie gewesen, und den Sport verfolgt er nicht so genau. Und dennoch ist er passioniert: „Das Schöne an der Zucht ist, neues Leben zu schaffen, das Fohlen, das geboren wird und das man aufwachsen sieht. Das genieße ich“.

Pferde-Prüfzentrum

„Nachdem ich kurzzeitig ohne Pferde war, begann es zu kribbeln. Ich suchte eine Zuchtstute, und die fand ich im Pferde-Prüfzentrum Coveco. Eine gezielte Entscheidung, denn ich wollte absolut nicht viel Geld investieren. Ich sah im Prüfzentrum eine Herde von sechzig Pferden und pickte eine Stute heraus, die Urgroßmutter von Beauville Z, eine Tochter von Lucky Boy xx. Das wurde wenigstens gesagt. Das wird Sie vielleicht nicht erstaunen, Sie kennen die Geschichten, und es stellte sich dann auch heraus, dass meine Stute doch keine Tochter von Lucky Boy xx war. Das machte mir nicht so viel aus, ich hatte schließlich eine Zuchtstute zu einem günstigen Preis bekommen“.

Gert Jan van Olst

Pascal hatte seine Zuchtstute, nun hieß es, einen passenden Hengst zu finden. Dazu wandte sich Pascal an Gert Jan van Olst. „Wenn man wie ich hobbymäßig züchtet, muss man sich der Kenntnis, des Urteils und der Erfahrung von Fachleuten versichern, und so kam ich zu Gert Jan van Olst. Für einen Hobbyisten ist es wichtig, sich mit Professionellen zu umgeben. Als Monique bei Zangersheide arbeitete, ließen wir uns dort informieren, und das ging ebenfalls gut aus. Zuvor ließ ich mich von Gert Jan van Olst beraten und begleiten, und damit sind wir immer in guten Händen gewesen. Gert Jan ist ein ehrlicher und zuverlässiger Mann. Er beriet mich bei der Hengstwahl, und wenn man sich Beauville Z anschaut, war das nicht so verkehrt“, lacht Pascal. „Oft kaufte Gert Jan unsere Fohlen. Er schlug uns auch Bustique (Indoctro x Grannus) vor, den Vater von Beauville Z. Als Beauville Z ein Jahr alt war, haben wir ihn an van Olst verkauft. Für uns sind Pferde ein Hobby, für Gert Jan sind sie ein Beruf. Er kann die Pferde auch zu den richtigen Reitern bringen. Beauville Z hat das Glück gehabt, dass er zu Maikel van der Vleuten gekommen ist. Das macht natürlich was aus. Beauville Z ist die vierte Generation, die bei uns geboren wurde. Wrinton (Jumpy des Fontaines), die Mutter von Beauville Z, hat mehrere Fohlen gebracht, aber die haben nicht alle die gleichen Chancen bekommen wie Beauville Z. Wir haben schon dreißig Fohlen gezüchtet, im Schnitt ein oder zwei im Jahr, aber manchmal glückt es auch nicht, weil die Stute nicht tragend wird oder weil das Fohlen oder die Stute eingeht. Man macht das alles mit. Beauville Z ist eine schöne Geschichte, aber sie ist nicht immer so schön“.

Maikel van der Vleuten

Weder in Valkenswaard noch in Rotterdam hat Pascal seinen Beauville Z wegen zuviel eigener Arbeit im Parcours gesehen. „Ich finde das schon schade. Wir wohnen schließlich nicht weit von Maikel entfernt, aber ich habe dort noch nie angehalten. Ich kenne ihn nicht persönlich. Man sagt, dass er sehr sympathisch ist. Vielleicht müssen wir uns jetzt einmal darum kümmern. Dann werden wir Beauville Z auch noch einmal sehen, das letzte Bild, das ich von ihm habe, ist das, wie er als Jährling von hier fortging“.

Und dann sagt Pascal feierlich, dass  er wegen Tokio seine Arbeit mal eben liegen lassen wird: „Ist das nicht nachts? Dafür werde ich mit Freuden wach bleiben. Ich werde ein Supporter sein – und wer weiß!?"

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